Heiz-Lexikon: Die wichtigsten Begriffe Gibt an, wie hoch der nutzbare Energieinhalt eines Brennstoffs ist, wenn dieser ohne Brennwertnutzung verbrannt wird. Gemessen wird er für Gas in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m³) und für Öl in kWh pro Liter oder Kilogramm. Leichtes Heizöl besitzt einen Heizwert von 10 kWh/Liter, Erdgas von ca. neun kWh/m³. Bei dieser Definition wird der Energieanteil nicht berücksichtigt, der ungenutzt durch den Schornstein geht. Dieser Wert wird häufig auch als unterer Heizwert (HU) bezeichet. Brennwert oder oberer Heizwert (HO): Gemeint ist die Energie, die Brennwertgeräte zusätzlich zum unteren Heizwert aus den heißen Abgasen gewinnen. Weil bei herkömmlichen Kesseln der untere Heizwert als 100 Prozent gesetzt wird, erreicht der obere Heizwert Werte von bis zu 109 Prozent. Im Kessel wird das Heizwasser entsprechend den Wärmeanforderungen auf eine bestimmte Temperatur erhitzt. Eine Umwälzpumpe befördert es zu den Heizkörpern (Vorlauf). An den Heizflächen kühlt das Wasser ab und gelangt mit einer niedrigeren Temperatur wieder in den Kessel (Rücklauf). In Prospekten werden Vor- und Rücklauftemperatur meist parallel genannt. Zum Beispiel: 75/60 Grad Celsius. Gibt an, wieviel Prozent des Heizwerts bei einer Kesselwassertemperatur von 80/60 Grad Celsius in nutzbare Wärme umgesetzt wird. Die Höhe des Kesselwirkungsgrades hängt ab von den Abgasverlusten und davon, wieviel Wärme das jeweilige Gerät durch Abstrahlung über die Außenverkleidung verliert. Beide Verlustwerte schwanken je nach den Betriebsbedingungen. Feuertechnischer Wirkungsgrad: Gibt an, wieviel der eingesetzten Energie übrig bleibt nach Abzug des Abgasverlustes. Beispiel: Heizwert 100 Prozent minus sieben Prozent Abgasverlust = 93 Prozent feuertechnischer Wirkungsgrad. Für diese Einheit gibt es keine genormten Prüfkriterien. Wird auf dem Prüfstand nach bestimmten Kriterien ermittelt, die den Bedingungen während eines Jahres möglichst nahe kommen. Der Normnutzungsgrad macht Kessel mit der gleichen Leistung vergleichbar, auch wenn der Wert tatsächlich nicht erreicht wird. Die Effektivität der Heizung hängt stark davon ab, wie exakt sie für das Haus ausgelegt wurde. Hierzu bedarf es einer detaillierten Wärmebedarfsberechnung durch eine Heizungsfirma, einen Heizungsingenieur oder einen Wärmeberater. Wird der Wärmebedarf nur grob geschätzt, werden die Kessel überdimensioniert und leisten zu viel. Das macht nicht nur die Anschaffung teurer, es zieht auch höhere Folgekosten nach sich. Denn überdimensionierte Kessel haben längere Stillstandzeiten und überflüssig viele Brennerstarts. |
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